Kämpfen, oder sterben!

Uns, Tauchern gehen die Entschuldigungen aus

Ich bin ein Taucher. Und es gab Tage an denen war ich verflucht stolz dies zu sagen. Heute bin ich mir da nicht mehr so sicher.

Jedesmal wenn ich ins Wasser gehe, sehe ich Leute die mit ihren Flossen eine Spur der Verwüstung durch die Korallen fräsen und beim Nachsehen nur mit den Schultern zucken.
Sie kommen aus dem Wasser und zeigen voller Stolz ihre soeben geschossenen Bilder. Wunderschöne Schnappschüssse von Nacktschnecken, Krebsen, Seesternen und dem einen oder anderen Grundfisch. Aber wo sind die Bilder von Haien, wo die großen Schulen von Makrelen und Barrakudas und all den anderen berühmten Jägern. Weg. Nirgendwo gesehen.

Die Kraft und Möglichkeiten von Tauchlehrern

Heute bin ich Tauchlehrer und habe damit die Möglichkeit etwas zu verändern, meinen Schülern einen neuen Weg zu zeigen; Dinge anders zu betrachten. Ich zeige ihnen Respekt vor der Natur und wie man sorgsam mit ihr umgeht. Ich bin nicht stolz darauf, es ist eher meine Verantwortung als Tauchlehrer. Nichtsdestotrotz tue ich es mit ganzem Einsatz.

Doch nicht jeder Taucher ist gleich ein Tauchlehrer und ganz bestimmt hatten die wenigsten gleichzeitig die Möglichkeit Meeresbiologie zu studieren. Aber das darf keine Entschuldigung für Ignoranz sein. Wir, Taucher wissen es besser. Wir alle!

Also was können wir tun?

Zunächst einmal, wie Euch wahrscheinlich jeder Tauchlehrer sagen wird, können wir unsere Technik perfektionieren. Aber an diesem Punkt hört es nicht auf, sondern fängt es erst richtig an. Als Taucher sehen wir Dinge, die die allermeisten Menschen nie zu Gesicht bekommen, nicht in ihrem ganzen Leben. Dieses Privileg bringt Verantwortung mit sich. Die Verantwortung aufzustehen wenn es nötig ist und dem Ozean eine Stimme zu geben, Deine Stimme. Nächstes Mal also, wenn Du einen Taucher der seine Flossen nicht aus den Korallen halten kann, sprich ihn darauf an. Ich weiss, dass dies oft sehr unangenehm ist, aber wer wird ihn darauf ansprechen, wenn nicht Du?

Denn wenn wir auch weiterhin die Ozeane in all ihrer Schönheit und ihrem Reichtum an Leben genießen wollen, müssen wir anfangen uns zu verändern und aktiv werden. Aktiv Naturschutz fördern und finanziell unterstützen. Aber nicht nur einmal, um unser Gewissen zu entlasten, nein, jeden einzelnen Tag. Naturschutz, oder vielleicht besser, die Pflege und Erhaltung gesunder Meere ist ein fortlaufender Prozess, der ständig Geld benötigt. Es sei denn wir schaffen es damit Aufzuhören die Meere zu verschmutzen, ihre Fischbestände systematisch auszuradieren und unseren Müll dort zu verklappen. Wir müssen aufhören das Meer und seine Ressourcen als selbstverständlich und grenzenlos zu sehen, und zumal als exklusiv dem Menschen gehörend.

Dieser Planet ist nicht grenzenlos und er wird nicht wachsen. Wenn wir nicht ganz schnell unser Bevölkerungswachstum in den Griff bekommen und die damit einhergehende, stetig steigende Nachfrage nach Rohstoffen, dann werden wir die Konsequenzen unserer eigenen Taten nicht überleben. Dies ist keine Frage von Kapitalismus gegen Kommunismus, keine Frage von Reich gegen Arm und auch nicht von Islam gegen Christentum, nein, dies ist eine Frage des nackten Überlebens. Es ist die Antwort auf die Frage, ob wir es schaffen über unsere Vorstellung der menschlichen Vorherrschaft auf diesem Planeten hinweg zu kommen und sie durch Akzeptanz unserer Position als gleichwertigem Teil in der Gemeinschaft allen Lebens zu ersetzen. Denn das müssen wir, wenn wir überleben wollen.
Und wir als Taucher können und müssen an dieser Stelle aufstehen und ihre Stimme erheben. Es geht um unser aller Überleben.

Bis zu nächsten Mal und nicht vergessen: Aufgeben ist für Weicheier,
Liko

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