Tauchen und Meer an der Costa Brava

Die wilde Küste

Hinter uns liegen über 1000 km quer durch Frankreich. Um 100,- Euro Mautgebühren ärmer, aber dafür um eine Erkenntnis reicher (nämlich, dass sich die französischen Autobahntoiletten in den letzten Jahren doch stark verbessert haben), kommen wir in Empuria Brava an. Die Costa Brava ist der nordöstlichste Küstenstreifen der spanischen Mittelmeerküste und gehört zur Region Katalonien.

Unsere Mission für den erstenTag heißt: eine Tauchschule finden. Leider entpuppen sich die online recherchierten Adressen schnell als Fehlanzeige. Nach mehreren leeren Ladenlokalen und der Begegnung mit einem zugedröhnten Typen in Tarnkleidung
`…nein, mit dem wollen wir wirklich nicht tauchen!!!…`
werfen wir für heute das Handtuch.

Reise-Tipp:

Während mit der Anreise mit dem PKW Lyon am besten nachts durchfahren. Tagsüber ist Stau garantiert.

Pago Pago Bar

Pago Pago

Stattdessen besuchen wir das „Pago Pago“, eine Cocktailbar im Zentrum Empuria Bravas.  Das Innendesign ist recht dunkel und ganz im hawaianischen Stil gehalten. Obwohl die Preise nicht ganz günstig sind, lohnt sich ein Besuch. Die Cocktails sind spektakulär. Und obendrein gibt es eine Blumenkette pro Cocktail. Wer kann da schon widerstehen? Wir können es nicht.

Cocktail-Tipp:

“Pago Pago”, Empuriabrava in Carrer Sant Morí 12,
Öffnungszeiten: täglich 19.30-2.00, Dienstag Ruhetag

An der Tauchbasis…

Verkatert fallen wir am nächsten vormittag bei Kerstin und Andreas ein. Sie sind die Betreiber des Tauchcenters „Roses Sub“, in der Nachbarstadt Roses. Die beide begrüßen uns  freundlich und führen uns rum. Das Einchecken dauert etwas länger, denn bevor wir abtauchen dürfen, müssen wir zuerst eine Tauchversicherung abschließen. So verlangt es das spanische Gesetz.
„Wenn ihr wollt könnt ihr heute Abend zum BBQ kommen, dann lernt ihr schonmal die ganzen Chaoten kennen!“
läd uns Kerstin zum Abschied noch ein.

Da „Dekobier-Kultur“ bei uns noch groß geschrieben wird, erscheinen wir am Abend pünktlich im Tauchcenter. Die Stimmung ist feucht fröhlich und die ersten „Schnorcheltests“ gehen bereits in die zweite Runde. Einige Gäste haben die Basis seit dem Nachmittagstauchgang gar nicht mehr verlassen. Kerstin und Andreas sind herzlich und das färbt auf die Taucherrunde ab. So sind auch wir direkt nach der Begrüßung in die große ‚Roses Sub Familie‘ aufgenommen.

Tauch-Tipp:

Roses Sub
Cl. Miguel de Cervantes 29Â
E-17480 Roses / St. Margarita
Telefon: +34 972 25 46 45

Deko-Likör

Happy Bubbles!!!

Am nächsten morgen heißt es ‚endlich abtauchen!‘ Gemeinsam beladen wir das Boot im Hafen von Roses. Die Sonne scheint und Wasser ist spiegelglatt, als wir uns dem „Cap Norveo“ nähern. Trotz ruhiger Oberfläche ist der Tauchgang strömungsreich, aber mit dem alten Seebären Winnie, als Guide an unserer Seite, ist das kein Problem. Nur die Barrakudas sind Zeuge davon, wie wir uns von Felsen zu Felsen kämpfen.

In den nächsten Tagen betauchen wir große Teile der Costa Brava. Der Name „Costa Brava“ bedeutet auf Deutsch „wilde Küste“. Und der Name ist auch unter Wasser Programm. Das Tauchen ist anspruchsvoll und abwechslungsreich. Ein besonderes Highlight ist das Naturschutzgebiet Cap de Creus. Die Tauchplätze spiegeln die typische Mittelmeerlandschaft wider: imposante Felsen, tiefe Risse und glasklares Wasser. Leider sind wir außerhalb der Mondfischsaison in Spanien. Die weißen Riesen lassen sich im September gerne in der Nähe des Bootes blicken. Auch der Schwertfisch, den Winnie in der Woche zuvor gesehen hat, will mich offensichtlich nicht sehen.

Aber wir sind trotzdem zufrieden. Auf allen Tauchgängen gibt es etwas zu entdecken. Barrakuda Schulen, Makrelen, Hummer, Zackenbarsche… und auch keine der vielen Nacktschnecken bleibt unserem Guide verborgen.

Zackenbarsch
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Leider muss derTrip zu den Medes Inseln, vor L’Estartit einem berühmten Naturschutzgebiet, wegen einer Tsunami -Warnung abgesagt werden. Dennoch ist unsere Zeit mit Roses Sub super. Man merkt, dass Kerstin und Andreas ihren Job lieben. Die Taucher sind für sie vielmehr Freunde, als Gäste. Trotz dem kleinem Team gelingt es ihnen den Ansprüchen ihrer unterschiedlichen Gäste gerecht zu werden. In ihrer Basis in Spanien treffen alte Hasen auf blutige Anfänger, und jeder kommt auf seine Kosten.

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Drei Damen und ein Boot

Doch wir sind nicht nur unter Wasser, sondern auch auf dem Wasser unterwegs. Als nächstes steht eine Bootstour durch die Kanäle Empuria Bravas auf unserer “Urlaubs-to-do-Liste”. Aufgehübscht mieten wir ein kleines Elektroboot. Zum Glück braucht man dafür weder Führerschein, noch besondere Fähigkeiten. So schippern wir drei Großstadttussis samt Handtaschenhund am Nachmittag durch die Wasserstraßen. Im roten Licht des Sonnenuntergangs  fühlen wir uns mondän und unser kleines Boot wird zur Yacht….

Tipp:

Elektroboote könnt ihr praktisch überall im Zentrum von Empuria Brava ausleihen. Preislich gibt es wenig Unterschiede.
Daher gerade in der Hochsaison den Anbieter mit der kürzesten Wartezeit wählen.

Zum Dorfkrug

Kein Frauenurlaub ohne Shoppingtour. Enthusiastisch besuchen wir sämtliche Märkte der Umgebung und wühlen uns durch die Angebote. Neben preiswerten Bikinis, Strandtüchern und Sonnenbrillen ist die Gegend für gute Lederwaren bekannt. Und auch der ‚zwölfzigste‘ Terracotta-Laden ist nicht vor uns sicher.

Mit sieben Tagen Voranmeldung bekommen wir am Mittwochabend endlich einen Platz im „Dorfkrug“. Das kleine Restaurant wird von einem deutschen Pärchen geführt und ist ein Insidertipp in Empuria Brava. Hungrig lassen wir uns auf die einfachen Plastikstühle fallen.

Natürlich bestellen wir das berühmte Wiener Schnitzel. Dazu Vorspeisen, Getränke und Brot. `…Urlaub ist schließlich die schönste Zeit des Jahres!…` 

Es schmeckt fantastisch, die Portionen sind riesig, und das zu einem unschlagbaren Preis. Zu Recht ein Geheimtipp!

Restaurant-Tipp:

Restaurant “Zum Dorfkrug”
Sant Mori, 9
17487 Empuriabrava
Telefon: (+34) 972 450 104

Cadaqués
Cap de Creus

Cadaqués

Es sind nur noch wenige Tage Zeit, unser Urlaub neigt sich dem Ende zu. Vorher müssen wir aber unbedingt noch nach Cadaqués. Das ehemalige Fischerdorf mit knapp 3.000 Einwohnern ist über eine verwinkelte Serpentinenstraße zu erreichen. Durch seine abseitige Lage im Gebirge, am Rande des Alt Empordà, wirkt der Ort völlig unberührt. Was früher Grund zur Verarmung war, verzaubert uns heute. Andächtig steigen wir die Stufen zur gotischen Kirche, Santa Maria, hinauf. Schon Picasso und Mirò suchten in Cadaqués ihre Inspiration. Dalí verbrachte sogar größere Teile seiner Kindheit in diesem idyllischen Dorf. Auch auf uns färbt die magische Atmosphäre ab.

Es gibt noch so viel zu tun, so viel zu sehen, aber leider müssen wir schon wieder abreisen. Aber ihr wisst ja,
`…nur wer geht, der kann auch wiederkommen…`

Kultur-Tipp:

Salvador Dalí Haus
Portlligat
E- 17488 Cadaqués
Tel. 972 251 015
Fax 972 251 083

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