Warum Oma Recht hatte

…und man auf den Malediven drei Wolldecken braucht.

Seit unserer Ankunft sind nun fast zwei Monate vergangen und wir hatten reichlich Gelegenheit unsere Insel und ihre Bewohner besser kennenzulernen.
Allem voran beeindruckt uns der fabelhafte Chefkoch, dem es jeden Abend aufs Neue gelingt ein einzigartiges Buffet zu kreieren, das in der jeweiligen Ausführung so noch nicht aufgetischt wurde. Obwohl die Themen gleich bleiben, variiert er die verschiedenen Salate, Currys, Aufläufe, Gemüse, Braten, Fisch… egal ob indisch, maledivisch, spanisch, griechisch, nah-östlich, mediterran, italienisch oder „around the world“ es ist einfach guuuuuuuuut!

Mehr als nur „gut“ sind übrigens die Tauchgänge. Für uns beide gebrannten Kinder aus dem östlichen Mittelmeer ist es, als wären wir in Atlantis ausgesetzt worden: Muränen, Napoleons, Stech- und Adlerrochen, Schildkröten, Muränen, Oktopoden, Nacktschnecken, Plattwürmer, Füsiliere, Schaukel-, Feuer- und Steinfische; und alles gibt es beinah täglich. Dazu gesellen sich 1-3 mal die Woche unterschiedliche Haie, und seit neuestem abwechselnd Mobulas und Mantas. Wobei Lena bisher deutlich öfter das Vergnügen hatte als Liko, der dann meist dasitzt wie ein Trauerklopps weil er glaubt die Mantas würden ihn nicht mögen.

Doch schon mehrfach mussten wir feststellen, dass Oma wohl doch Recht hatte, wenn sie sagte:
„Was man (und damit meinte sie in dem Fall „Mann“) zu einfach bekommt, das schätzt man
(Mann) zu wenig!“
Und was in diesem Fall für Männer gilt, lässt sich problemlos auf Taucher übertragen:
Wie oft tauchen wir hier nachmittags am Hausriff, erfreuen uns unserer Blasenringe und unkomplizierter Schüler, aber kollidieren dabei fast mit 2m großen Stechrochen, die uns völlig unerschrocken über den Haufen schwimmen würden, falls wir nicht ausweichen…
Uuuuuuuund? Was glaubt ihr wie die Antwort lautet, wenn hinterher jemand fragt: Na, wie wars?
„Joa, ganz schön. Ein paar Rochen, aber sonst nix besonderes, heute.“

Ebenfalls erfreuliche Nachrichten gibt es aus der einem ganzen anderen Bereich des täglichen
Lebens. Wir können endlich schlafen!!!!!
Ihr mögt lachen, aber nach Wochen unzähliger, durchwachter Nächte konnten wir den gordischen Knoten endlich durchschlagen: Es ist uns gelungen die Klimaanlage unseres Zimmers auf ein für Mitteleuropäer „schlafbares“ Niveau einzustellen. Klingt einfach- ist es aber nicht:
Klimaanlage aus, Ventilator an: heiß, nass und laut.
Klimaanlage an, Ventilator aus: zu kalt und nass.
Entfeuchtungsfunktion an, Ventilator an: zu kalt und laut.
Entfeuchtungsfunktion an, Ventilator aus: zu heiß.
…wir könnten hier gut und gerne noch 25 weitere Kombinationen aufzählen, die wir im ersten Monat erfolglos durchprobiert haben, bis es wir endlich des Rätsels Lösung fanden:
Entfeuchter an, Klimaanlage auf 29 Grad, Ventilator aus und dazu 3 Wolldecken gegen das nächtliche Auskühlen! Perfekt.
Mit dieser genialen Kombination ist es uns endlich gelungen unseren Augenringen den Kampf anzusagen!!!!! Nun hält uns wirklich nichts mehr auf!

So durfte Liko unseren Chef letzten Monat zu einem Meeting zwischen Ressort Direktoren und Meeresbiologen begleiten. Sie kümmern sich im Baa Atoll gemeinsam um den nachhaltigen, touristischen Nutzen und Schutz der lokalen Riffe und Natur im hiesigen UNESCO Biosphären Reservat.
Thema des Meetings war ein Sandförderprojekt der Regierung, dass letzte Woche gestartet ist. Dabei wird Sand vom Grund des Atolls hochgepumpt, um für die Erweiterung lokaler Insel genutzt.
Verständlicherweise ist diese Art der Inselerweiterung unumgänglich auf den Malediven. Dummerweise nur entstehen während solcher Maßnahmen enorme Sedimentwolken in der Wassersäule die sich letztlich auf die Korallen legen und sie bereits bei Schicktstärken von 1 Millimeter vor lebensbedrohliche Probleme stellen.
Ziel des Meetings war es also die Regierung auf diese Gefahren hinzuweisen und die bereits vorgesehenen Maßnahmen zur Schadensminderung auch wirklich umzusetzen und weitere Punkte, um die Auswirkungen auf die Riffe so gering wie möglich zu halten, z.B. Umleitung der Route des Transportschiffes, etc.
Ob dieses Ansinnen von Erfolg gekrönt sein wird, bleibt zu hoffen, aber wir halten Euch natürlich auf dem Laufenden. Beeindruckend war in jedem Fall die hohe Motivation aller Beteiligten etwas erreichen zu wollen. Und da in diesem Meeting durchaus auch eine Menge Geld mit am Tisch saß, sind wir guter Dinge, dass die Bemühungen auch einen gewissen Erfolg zeitigen werden.

Bis dahin wünschen wir Euch einen guten Start in den Frühling, lasst es Euch gut gehen und kaut dem ein oder anderen Osterhasen das Schokoladenohr ab!

Immer gut Luft wünschen Euch,
Lena und Liko

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